Blutegeltherapie

 

Aufzeichnungen zeigen, dass bereits in der Antike mit Blutegeln behandelt wurde. Im europäischen Raum wurden dazu Dokumente von griechischen Ärzten (200 v. Chr.) gefunden. Nachdem der Einsatz der Blutegel im 19. Jahrhundert in der Medizin ein wenig in Vergessenheit geraten ist, ist er seit vielen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Auch im Veterinärbereich erweisen die kleinen Egel erfolgreich ihren Dienst.

In der therapeutischen Anwendung wird der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) verwendet. Ein Blutegel saugt, je nach Größe, ca. bis zu 50 ml Blut. Beim Nachbluten fließt in etwa noch einmal die gleiche Menge aus der Bissstelle.

Die genaue Wirkweise ist bis heute noch nicht komplett wissenschaftlich erforscht und die vielen positiven Effekte der Blutegelbehandlung lassen sich somit nicht bis ins kleinste Detail erklären, aber folgende positive Wirkungen macht man sich hier zu Nutze und sind bereits erklärbar:

  • der lokale, kleine Aderlass wirkt entstauend und entlastend
  • die Wirksubstanzen im Blutegelspeichel (Saliva)


Ein kleiner Auszug der Speichelbestandteile des Blutegels und deren Wirkung:

  • Hirudin (hemmt schnell und mit kurzer Wirkdauer das Thrombin und somit die Blutgerinnung)
  • Calin (wirkt nach dem Hirudin und hemmt die Blutgerinnung über eine längere Zeit, hält die Wunde offen und ist verantwortlich für das gewünschte Nachbluten, reinigt die Wunde, sorgt für einen sanften Aderlass)
  • Hyaluronidase (fördert die Durchblutung)
  • Egline (entzündungshemmend, gerinnungshemmend)
  • Orgelase (Lymphtransportbeschleunigung, schnelle Ausbreitung der Wirksubstanzen, Verstärkung des Blutflusses im Bissareal, antibakteriell)
  • Destabilase (antibiotisch)

uvm.




Indikationen Blutegeltherapie am Pferd


  • Abszesse
  • Arthrose, Arthritis (z.B. Spat)
  • Bursitis (z.B. Genickbeule)
  • Gelenksentzündungen
  • Gelenksgallen
  • Hämatome
  • Hufrehe
  • Hufrollenentzündung
  • Lymphödeme, Lymphstauungen
  • Myogelosen
  • Narben und alte Verletzungen
  • Phlegmone
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Verletzungen und Entzündungen an Muskeln, Sehnen, Bändern
  • Wundheilungsstörungen

 

Kontraindikationen Blutegeltherapie am Pferd


Der therapeutische Einsatz von Blutegeln darf in diesen Fällen nur unter bestimmten Bedingungen (relative Kontraindikation) oder gar nicht (absolute Kontraindikation) erfolgen. 

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Medikation mit blutverdünnenden Mitteln (z.B. Acetylsalicylsäure, Heparin)
  • Anämie
  • Immunschwäche und ein allgemein schlechter Zustand des Pferdes
  • Trächtigkeit
  • kein Ansetzen der Blutegel direkt auf krankhafte Hautbereiche bekannte Allergie gegen die Wirkstoffe der Blutegel

 

Auch bei natürlichen Heilverfahren wie der Blutegeltherapie können Nebenwirkungen auftreten. Unter anderem sind Wundinfektionen, Narbenbildung, Schwellung, Juckreiz, Kreislaufreaktionen, allergische Reaktionen bekannt.


Was vor dem Einsatz der medizinischen Blutegel am Pferd zu beachten ist


Blutegel sind sensible und sensitive Tierchen. Sie reagieren auf manche Stoffe sehr empfindlich. Die Gefahr, dass die Egel nicht anbeißen und saugen wollen ist hoch, wenn man folgende Dinge im Vorfeld nicht beachtet.

  • Medikamente sollten einige Zeit vorher (natürlich nur nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt) abgesetzt werden
  • Mindestens 3 Tage vor der Blutegelbehandlung keine Cremes, Sprays, Salben etc. auf die zu therapierende Körperstelle (und großräumig herum) auftragen
  • Stark riechende Futterzusätze wie z.B. Knoblauchgranulat, die über die Haut ausdünsten, sollten ebenfalls einige Tage zuvor nicht mehr gefüttert werden


Die Kosten für eine Blutegelbehandlung am Pferd finden Sie auf meiner Seite Preise.


Noch Fragen zur Blutegeltherapie? Rufen Sie mich gerne an.